Wie im letzten Artikel (Das Leben zu zweit) schon angekuendigt jetzt etwas mehr Infos ueber die Reise.
Fuenf Wochen durch Indien zu Reisen und dabei mehr als 7000 km zurueckzulegen ist wohl die groesste Herausforderung die ich je hatte. Da ich alles organisiere bin ich fuer den reibungslosen Ablauf verantwortlich und es erfordert von mir viel Organisationstalent, Vorausdenken, Flexibilitaet und vor allem viel Nerven waehrend der Reise. Es wird wohl mein persoenlicher Eignungstest in Praxis fuer das Tourismusstudium und fuer alle Anderen wird es bedeuten, zu wachsen, Erfahrungen zu bekommen, die ein Leben lang bleiben und praegen. Dazu habe ich ein par Zitate gefunden die wohl etwas besser ausdruecken was ich vom Reisen denke:
***Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.*** (Johann Wolfgang von Goethe)
und
***Nicht wer alt ist weiss viel sondern wer viel herumgekommen ist*** (Tuerkisches Sprichwort)
Und um meiner Mutter ein bisschen die Angst zu nehmen hier noch ein lokales Sprichwort aus Indien; )
*** Liebst du dein Kind, so schicke es auf Reisen***
Und trotzdem ist *** Das beste, was man vom Reisen nach Hause bringt, die heile Haut***
Dieses Sprichwort stammt aus Persien. Und ich glaube das es ganz gut auf Indien passt. Wer weiss was und erwarten wird. Ich weiss es nicht. Ich habe Ziele bestimmt und einen Plan gemacht. Doch ist Indien vom Charakter her eher ein schlechter Platz um Reisen genauso durchzufuehren wie geplant. Es kann viel passieren. Zuege fallen aus, Krankheiten, gestohlenes Gepaeck, usw. Das einzige jedoch was unbedingt klappen muss sind genau diese Zugreisen. Sie stehen als Grundgeruest, als Basis und Fundament in meinem Reisebuechlein. Sie muessen klappen da man nicht spontan einen Zug besteigen bzw. buchen kann. Ich habe schon vorausbezahlt. Zudem muessen wir bis 13.3 in Delhi sein da dann Sarah und Katja kommen. Eigentlich ist der beste Weg in Indien ohne Ziel einfach loszureisen, zudem verdirbt es die Lust am Reisen nur aufs Ziel zu sehen. Gerade darin liegt die Herausforderung. Flexibel zu sein und trotzdem anzukommen.Manche haben mich mit meinem Plan verrueckt gehalten. Das waren Leute die vor vielen Jahren duch Indien nur mit dem Bus gefahren sind. Hippies, die jetzt sich hier in Auroville festgesetzt haben. Diese sind Tagelang mit Bussen unterwegs gewesen und haben 3 mal laenger gebraucht aber auch 3 mal mehr gesehen. Sie sind dort ausgestiegen wo es ihnen gefallen hat und sind nach Monaten oder Jahren wieder zurueckgekehrt. Das ist die beste Art zu reisen. Auch heute noch, obwohl sich die Infrastruktur um einiges verbessert hat. Aber leider habe ich nur 5 Wochen Urlaub und auch Sarah und Katja haben nicht viel Zeit. Trotzdem wollen wir die schoensten Ecken Indiens besichtigen. Wir koennen also nur hoffen das alles klappt!
Unsere erste Zugfahrt wird 28 1/2 Stunden dauern, und uns ins 1700km entfernte Kalkutta bringen. Dabei sehen wir fast die gesamte Ostkueste. In Kalkutta, der Kulturhauptstadt Indiens werden wir traditionelle Taenze, Art Gallerien, Architektur aus der Kolonialzeit und vieles mehr erleben. Das Essen dort, die bengalische Kueche, soll mit das beste sein was Indien zu bieten hat. Fuenf Tage spaeter geht es ins Himalaya, also als Kontrast ins Nirgendwo in die Berge. Darjeeling wird mit reichlich ueber 2000m der hoechste Punkt auf der Reise sein. Und wir erreichen ihn auf dem 88km langem Weg mit der beruehmten Toy Train, der Schmalspurbahn die sich nach Darjeeling mit durschnittlich 13 Kilometer pro Stunde die Berge hochschlaengelt. Darjeeling ist weltweit bekannt fuer seinen Tee und seine fabelhafte Aussicht auf die Achttausender des Himalayas. 3 Tage spaeter schon muessen wir weiter, vielleicht wollen wir aber auch da uns sicher die Kaelte zusetzen wird. Die naechste Station und die letzte Station vor Delhi soll Varanasi sein. Die heiligste Stadt Indien. Die gesamte Stadt ist architektonisch ein Meisterwerk. Sie wird die Stadt der Tausend Tempel genannt. Geplant ist eine Bootstour am Morgen auf dem Ganges, bei der wir den Verbrennungsvorgang der Toten an den Ghats beobachten koennen. Hier wird uns die Spiritualitaet wohl am meisten durch den Magen fahren. Es gibt kein indischeren Ort als diesen und es soll wohl mit der schoenste sein. In Delhi dann stossen Sarah und Katja dazu. Dann wird geshoppt in Einkaufspalaesten, das Rote Fort genauso besichtigt wie die groesste Moschee Indiens und schliesslich Neu Delhi bereist, welches viele grosse schoene Kolonialbauten besitzt. In Delhi kommen viele Kulturen aus dem gesamten Land zusammen. Und es herrscht Hauptstadtfeeling. Raus aus dem bunten Treiben und hinein ins noch buntere, aber ruhigere Rajasthan geht es 3 Tage spaeter. Rajasthan soll der schoenste Budeststaat in Indien sein. Dort ist die Wueste, und hier gibt es nun mehr Kamela als Kuehe. In Udaipur, der grossen Palaststadt in mitten der Wueste, werden wir das Feeling von Sand, bunten Saris, Palaesten, Ausritten, und Sonnenuntergaengen auf dem umliegenden Bergen, bekommen. Dieser Ort ist kein Vergleich zu Delhi oder Darjeeling. Es ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen dem Sueden Frankreichs und Marokko. Wie ein voellig anders Land. Ist es ja auch, nur gehoert es trotzdem zu Indien. Wir bereisen im Prinzip nur ein einziges Land und doch ist es wie eine Europareise. Nach Udaipur beginnt die lange Reise nach Sueden. Wir werden ein Zwischenstopp in Mumbai einlegen. Da wo Slumdog Millionaer gedreht wurde. Und spaeter dann in Goa ankommen. Das Partyparadies mit Traumstrand. Dieses Fleckchen hat ein gewissen portugiesischen Flaer, hier sind viele Touristen und auch besonders viele junge Leute und Russen die sich Drogen reinhauen und zu psychedelischer Tranmusik abtanzen, bis in die Morgenstunden. Wir werden uns jedoch einen ruhigen Traumstrand aussuchen und uns erholen vom hecktischen Mumbai und dem Wuestenstaub Udaipurs. Zum Schluss dann geht es nach Kerala in den immerfeuchten gruenen tropischen Regenwald. Dort sehen wir dann vielleicht wilde Elefanten und mit Riesenglueck auch Tiger, ich hoffe aus grosser Entfernung ; ) Auf der Hillstation Ooty auf wieder 2000m entgehen wir der Hitze des Fruehlings. Jetzt kommen auch Sarah und Katja in Genuss der Berge. Mit einer Schmalspurbahn gehts runter in die heissen Ebenen von Tamil Nadu. Am Ende der Reise werden es an die 37 Grad sein. Auch auf der 15 Stunden langen Busfahrt nach Auroville. Fuer Sarah und Katja endet hier der Aufenthalt in Indien und ich glaube sie werden es kaum gefasst haben koennen, das die gerade so weit durch Indien gereist sind. Die Eindruecke muessen Immens sein. Fuer Wenzel kommen nun ueber drei weitere Monate in Indien, fuer mich noch ein halbes Jahr. In dieser Zeit werden wir an Wochenenden noch einiges besichtigen und hoffentlich viel Spass haben = )
Und zum Schluss noch ein Spirchwort was speziell an meine Leser gerichtet ist ; )
***Einmal selbst sehen ist mehr wert, als hundert Neuigkeiten hören.***’
Japanisches Sprichwort






















