Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/02/08

Noch etwas zur Reise

Wie im letzten Artikel (Das Leben zu zweit) schon angekuendigt jetzt etwas mehr Infos ueber die Reise.

Fuenf Wochen durch Indien zu Reisen und dabei mehr als 7000 km zurueckzulegen ist wohl die groesste Herausforderung die ich je hatte. Da ich alles organisiere bin ich fuer den reibungslosen Ablauf  verantwortlich und es erfordert von mir viel Organisationstalent, Vorausdenken, Flexibilitaet und vor allem viel Nerven waehrend der Reise. Es wird wohl mein persoenlicher Eignungstest in Praxis  fuer das Tourismusstudium  und fuer alle Anderen wird es bedeuten, zu wachsen, Erfahrungen zu bekommen, die ein Leben lang bleiben und praegen. Dazu habe ich ein par Zitate gefunden die wohl etwas besser ausdruecken was ich vom Reisen denke:

***Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.*** (Johann Wolfgang von Goethe)

und

***Nicht wer alt ist weiss viel sondern wer viel herumgekommen ist*** (Tuerkisches Sprichwort)

Und um meiner Mutter ein bisschen die Angst zu nehmen hier noch ein lokales Sprichwort aus Indien; )

*** Liebst du dein Kind, so schicke es auf Reisen***

Und trotzdem ist *** Das beste, was man vom Reisen nach Hause bringt, die heile Haut***

Dieses Sprichwort stammt aus Persien. Und ich glaube das es ganz gut auf Indien passt. Wer weiss was und erwarten wird. Ich weiss es nicht. Ich habe Ziele bestimmt und einen Plan gemacht. Doch ist Indien vom Charakter her eher ein schlechter Platz um Reisen genauso durchzufuehren wie geplant. Es kann viel passieren. Zuege fallen aus, Krankheiten, gestohlenes Gepaeck, usw. Das einzige jedoch was unbedingt klappen muss sind genau diese Zugreisen. Sie stehen als Grundgeruest, als Basis und Fundament in meinem Reisebuechlein. Sie muessen klappen da man nicht spontan einen Zug besteigen bzw. buchen kann. Ich habe schon vorausbezahlt. Zudem muessen wir bis 13.3 in Delhi sein da dann Sarah und Katja kommen. Eigentlich ist der beste Weg in Indien ohne Ziel einfach loszureisen, zudem verdirbt es die Lust am Reisen nur aufs Ziel zu sehen. Gerade darin liegt die Herausforderung. Flexibel zu sein und trotzdem anzukommen.Manche haben mich mit meinem Plan verrueckt gehalten. Das waren Leute die vor vielen Jahren duch Indien nur mit dem Bus gefahren sind. Hippies, die jetzt sich hier in Auroville festgesetzt haben. Diese sind Tagelang mit Bussen unterwegs gewesen und haben 3 mal laenger gebraucht aber auch 3 mal mehr gesehen. Sie sind dort ausgestiegen wo es ihnen gefallen hat und sind nach Monaten oder Jahren wieder zurueckgekehrt. Das ist die beste Art zu reisen. Auch heute noch, obwohl sich die Infrastruktur um einiges verbessert hat. Aber leider habe ich nur 5 Wochen Urlaub und auch Sarah und Katja haben nicht viel Zeit. Trotzdem wollen wir die schoensten Ecken Indiens besichtigen. Wir koennen also nur hoffen das alles klappt!

Unsere erste Zugfahrt wird 28 1/2 Stunden dauern, und uns ins 1700km entfernte Kalkutta bringen. Dabei sehen wir fast die gesamte Ostkueste. In Kalkutta, der Kulturhauptstadt Indiens werden wir traditionelle Taenze, Art Gallerien, Architektur aus der Kolonialzeit und vieles mehr erleben. Das Essen dort, die bengalische Kueche, soll mit das beste sein was Indien zu bieten hat. Fuenf Tage spaeter geht es ins Himalaya, also als Kontrast ins Nirgendwo in die Berge. Darjeeling wird mit reichlich ueber 2000m der hoechste Punkt auf der Reise sein. Und wir erreichen ihn auf dem 88km langem Weg mit der beruehmten Toy Train, der Schmalspurbahn die sich nach Darjeeling mit durschnittlich 13 Kilometer pro Stunde die Berge hochschlaengelt. Darjeeling ist weltweit bekannt fuer seinen Tee und seine fabelhafte Aussicht auf die Achttausender des Himalayas. 3 Tage spaeter schon muessen wir weiter, vielleicht wollen wir aber auch da uns sicher die Kaelte zusetzen wird. Die naechste Station und die letzte Station vor Delhi soll Varanasi sein. Die heiligste Stadt Indien. Die gesamte Stadt ist architektonisch ein Meisterwerk. Sie wird die Stadt der Tausend Tempel genannt. Geplant ist eine Bootstour am Morgen auf dem Ganges, bei der wir den Verbrennungsvorgang der Toten an den Ghats beobachten koennen. Hier wird uns die Spiritualitaet wohl am meisten durch den Magen fahren. Es gibt kein indischeren Ort als diesen und es soll wohl mit der schoenste sein. In Delhi dann stossen Sarah und Katja dazu. Dann wird geshoppt in Einkaufspalaesten, das Rote Fort genauso besichtigt wie die groesste Moschee Indiens und schliesslich Neu Delhi bereist, welches viele grosse schoene Kolonialbauten besitzt. In Delhi kommen viele Kulturen aus dem gesamten Land zusammen. Und es herrscht Hauptstadtfeeling. Raus aus dem bunten Treiben und hinein ins noch buntere, aber ruhigere Rajasthan geht es 3 Tage spaeter. Rajasthan soll der schoenste Budeststaat in Indien sein. Dort ist die Wueste, und hier gibt es nun mehr Kamela als Kuehe. In Udaipur, der grossen Palaststadt in mitten der Wueste, werden wir das Feeling von Sand, bunten Saris, Palaesten, Ausritten, und Sonnenuntergaengen auf dem umliegenden Bergen, bekommen. Dieser Ort ist kein Vergleich zu Delhi oder Darjeeling. Es ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen dem Sueden Frankreichs und Marokko.  Wie ein voellig anders Land. Ist es ja auch, nur gehoert es trotzdem zu Indien. Wir bereisen im Prinzip nur ein einziges Land und doch ist es wie eine Europareise. Nach Udaipur beginnt die lange Reise nach Sueden. Wir werden ein Zwischenstopp in Mumbai einlegen. Da wo Slumdog Millionaer gedreht wurde. Und spaeter dann in Goa ankommen. Das Partyparadies mit Traumstrand. Dieses Fleckchen hat ein gewissen portugiesischen Flaer, hier sind viele Touristen und auch besonders viele junge Leute und Russen die sich Drogen reinhauen und zu psychedelischer Tranmusik abtanzen, bis in die Morgenstunden. Wir werden uns jedoch einen ruhigen Traumstrand aussuchen und uns erholen vom hecktischen Mumbai und dem Wuestenstaub Udaipurs. Zum Schluss dann geht es nach Kerala in den immerfeuchten gruenen tropischen Regenwald. Dort sehen wir dann vielleicht wilde Elefanten und mit Riesenglueck auch Tiger, ich hoffe aus grosser Entfernung ; ) Auf der Hillstation Ooty auf wieder 2000m entgehen wir der Hitze des Fruehlings. Jetzt kommen auch Sarah und Katja in Genuss der Berge. Mit einer Schmalspurbahn gehts runter in die heissen Ebenen von Tamil Nadu. Am Ende der Reise werden es an die 37 Grad sein. Auch auf der 15 Stunden langen Busfahrt nach Auroville. Fuer Sarah und Katja endet hier der Aufenthalt in Indien und ich glaube sie werden es kaum gefasst haben koennen, das die gerade so weit durch Indien gereist sind. Die Eindruecke muessen Immens sein. Fuer Wenzel kommen nun ueber drei weitere Monate in Indien, fuer mich noch ein halbes Jahr. In dieser Zeit werden wir an Wochenenden noch einiges besichtigen und hoffentlich viel Spass haben = )

Und zum Schluss noch ein Spirchwort was speziell an meine Leser gerichtet ist ; )

***Einmal selbst sehen ist mehr wert, als hundert Neuigkeiten hören.***’

Japanisches Sprichwort

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/02/08

Das Leben zu zweit

Es ist schlimm. Kaum versucht man sich zur Ruhe zu setzen, da man denkt Wenzel lockt jetzt alle auf sein Blog, kommen auch schon wieder die naesten Anfragen nach einem neuen Artikel=P Fuer mich persoenlich gibt es nichts aufregendes zu erzaehlen, aber ich kann euch ja mal so vom Leben zu zweit  in Indien schildern ; )

Das hier jetzt die Party abgeht ist vielleicht etwas uebertrieben. Dennoch ist alles was man tut gleich mal doppelt so aufregend weil ich mich fuer Wenzel irgendiwe mitfreue, wenn er was neues sieht, sich ueber Dinge wundert oder sich ueber Sachen aufregt ; ) Fahrten nach Pondy sind jetzt nicht mehr nur stressig und gefaehrlich sondern auch lustig und lebendiger. Endlich kann ich auch mit jemanden ueber die Sachen reden die hier passieren. Leute aus Deutschland koennen sich das ja nicht vorstellen. Und jetzt erkenne ich mich in Wenzel selbst wie ich am Anfang war wieder. Jetzt sehe ich erst mal richtig die Veraenderung in und an mir. Was ich gelernt und was ich vielleicht verlernt habe.

Es kommt mehr Leben in die Bude. Wenzel will dies und das kaufen und das Dach zu eienr Chilloase ausbauen. So Schnell wie moeglich. Ich hatte es nur auf lange Sicht geplant. Aber es wird wohl nicht mehr lange dauern und Lagerfeuer mit kuehlem Bier, auf dem Roster gebratenes Fleisch, chillige Musik und vieles mehr wird auf dem Dach moeglich sein. Da wir zu zweit sind ist es nun einfacher Leute einzuladen. Man ist nicht abhaengig von ihnen. Ich haette alleine wahrscheinlich keine Leute eingeladen.

Ansonsten geht das Leben so weiter wie immer. Ich mache weiterhin beim Fussball mit, wovon Wenzel uebrigens unglaublich tolle Bilder geschossen hat. Lustiger Weise sind die Objektive von meinem Vater, der sie mal fuer 20 Euro in Ebay ersteigert hatte mit einer Kamera dazu. Ueberhaupt werded ihr bald viele tolle Bilder zu sehen bekommen. Wenzel ist ein sehr guter Fotograph. Mit etwas Mut hier in Indien koennte er auch Altagsszenen fotografieren und die Fotos koennten es echt zu etwas bringen, zumal mein Vater uns vielleicht eine Fotoaustellung organiesieren kann. Alle Bilder in hoher Aufloesung sind allerdings erst dann zu besichtigen wenn Wenzel wieder in Deutschland ist. Und wenn ich auch dann wieder da bin koennen wir ja alle Bekannten und Freunde von uns mal einladen und eine grosse Diashow machen.

Nun noch etwas zur Rundreise. Es sind nur noch 18 Tage und wir sind mental noch so weit weg von der Reise. Alles dreht sich gerade noch um Auroville und Pondycherry. Wenzel und auch ich entdecken ja alles neu und ich erlebe doppelt so viel als sonst. Trotzdem ist vieles schon geplant. Ihr fragt euch bestimmt wie das so ableuft, in Indien reisen. Warum wir an diesen und an jenen Ort fahren wollen (Ich hab ja schon eine Liste mit den Reisezielen aufgestellt). Also hier ein extra Artikel mit ein par mehr Infos ; )

Liebe Gruesse

Euer Jonas

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/02/02

Wenzel ist da!

Nun ist es geschehen. Wenzel Pawlitzky ist da, leibhaftig! Er sitzt an einem anderen PC neben mir und wir beide schreiben unsere Blogartikel. Ich kann es noch kaum glauben und er wahrscheinlich auch nicht. Einer meiner besten Freunde ist nun hier! Die Zeit in Abstinenz, die Verschollenheit von der Sippe, Die Zeit der meditativen find – dich – selbst – allein – sei- Extase ist nun endgueltig vorbei.

Ich musste lange darauf warten, nicht nur hier in Auroville sondern auch auf dem Flughafen von Madras. Auch die Fahrt  zurueck nach Pondy war naja atemberaubend. Wir hatten sogar eine so enge Situation das ich schon wieder das das – wars – jetzt -  feeling hatte.

So mehr werde ich jetzt nicht mehr schreiben da der Strom ausgefallen ist und die Batterie nur fuer meinen Computer reicht sodass Wenzel seinen Blog auf diesem PC weiter schreiben muss. Ich muss ja jetzt sowieso nicht mehr so viel schreiben ; ) Wenzel nimmt mir jetzt ein Teil ab (eeeendlich^^)

Liebe Gruesse

Redaktion Leipold

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/27

Weihnachtspaeckchen angekommen

Vorgestern fuhr ich zur Solar Kitchen um Nadine abzuholen da sie krank war. Dort traf ich Daria dir mir gleich ein kleines Paket in die Hand drueckte. Ich war uebergluecklich. Endlich kann ich nun Weihnachten feiern haha. Es ist das Paket was meine Oma mir Ende November zuschickte. Es brauchte also zwei Monate anstatt 8 Tage, da es ausversehen per Schiff geschickt wurde. Nun ist es hier. Im Paket befanden sich Massen an Nuernberger Lebkuchen, Schokolade und eine Weingummituete.

Da ich ein Keksmonster bin ist nicht mehr viel uebrig. Es war aber noch genug da um der Tochter meiner Amma (3) ein Spekulatius zu geben, das es genuesslich vor sich hin frass. Auch Selvam und Shankar auf der Farm durfte von Lebkuchen und Weingummi kosten. Da der Lebkuchen allerdings 1 Monat Schifffahrt hinter sich hatte fragte mich Shankar ob da Alkohol drin ist, machte ein verzogenes Gesicht und gab es den Ammas, die es aber assen. Selvam ist ja sowieso alles. Ihm hat es geschmeckt.

Das Highlight jedoch waren die Weingummis. Shankar konnte nicht glauben das etwas so gut schmecken kann und nahm sich mehr und mehr. Selvam fragte nach 7 Stueck mehr fuer seine ganze Familie. Und die eine Amma nahm sich gleich auch 6 oder 7 Stueck, da Daria ihr schonmal so etwas gegeben hatte. Murrogan bekam von jeder Farbe eins weil er der Chef ist. Die letzten uebrig gebliebene in der Tuete gab Shankar Lakshmi. Sie hat eine Tochter , die ich gut kenne. Sie ist 11 und hat sich bestimmt sehr ueber die Suessigkeit gefreut. Haett ich gewusst das meine Weingummis auf der Farm solche Beliebtheit haben haett ich gleich weniger mitgebracht. Nun hab ich keine mehr = (

Es war jedoch ein interessantes Erlebniss Lebkuchen bei 30 Grad zu essen, ueberhaupt deutsche Koesstlichkeiten, die man ja auch dort nur selten isst.

Ich habe mich sehr gefreut! Und werde mich demnaest gleich mal bedanken ; )

euer Jonas

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/21

Motorradunfall

Gestern am 20.1 hatte ich einen Unfall mit meinem Motorrad. Ich bin mit einem Moped zusammengestossen und danach in den Strassengraben geflogen. Bis auf einige Schrifwunden, einer Prellung am Bein und  staerkeren Prellungen an 4 Fingern der linken Hand bin ich fuer die Art des Zusammenstosses noch mal glimpflich davon gekommen. Das liegt wahrscheinlich daran das ich zum Glueck in den Strassengraben gefallen bin. Der Typ auf der kleinen TVS jedoch hatte eine groessere Wunde am Bein, wahrscheinlich hatt die eiserne Gangschaltung von mir ihn getroffen. Ich stieg sofort aus dem Schlammgraben voll Wasser zurueck auf die Strasse. Da standen auch schon 10 Tamilen um den Anderen. 2 Andere halfen mir hoch und stellten mein Bike wieder aufrecht hin. Der Fahrer der TVS humpelte vor Schmerz umher. Nachdem er sich beruhigt hatte fing ein ruhiges Gespraech auf Tamil zwischen dem Fahrer und den Anderen statt. Es schien so als ob der Fahrer belehrt wurde. Dann entschuldigte er sich bei mir und ging zurueck zu seiner TVS die nun nicht mehr startete.  Die dicke Stahlstange, die Aufprelle des Motorrads auf Teerstrassen abfangen soll wurde komplett zum Motorrad hin verbogen. Genauso meine Gangschaltung. Der Motor liess sich nicht mehr anmachen, die Kupplung nicht mehr richtig greifen. Zum Glueck kam Shankar zufaellig vorbei ( obwohl ich nicht glaube das irgendwas auf der Welt aus Zufall passiert, besonders nicht nach diesem Tag). Er rannte mit dem Bike los und startete es somit ohne den Kickstart lange benutzen zu muessen. Er hielt die Kupplung fuer mich, ich setzte mich drauf und fuhr los. Nach 200m viel mir ploetzlich der Hebel fuer das Schalten raus. Ich hielt an, konnte aber nicht zurueck da ja sonst mein Motor ausgegangen waere und ich konnte ihn ja nicht mehr dann erneut anmachen. So hielt ich den naesten Tamilen an der mit seinem Bikelicht das Teil suchte es mir zurueckbrachte und dann sofort weiterfuhr. Ich brachte es auf russische Art und Weise wieder an und fuhr weiter. Zu Hause bemerkte ich dann den Schmerz, der aber vergleichsweise gering zum Schmerz vom Hundeunfall vor einigen Wochen ausfiel. Ich reinigte meine Wunden, desinfizierte mich. zog mich um und nahm ein kuehles Bier.

Wie das alles passierte. Selvam von der Farm (Der duenne 60 Jahre alte baertige Mann mit  Sixpack) kam an diesem Abend am 20.1  bei mir vorbei und lud mich zu einer Vorhochzeit ein bei der grosses Strasse Richtung Pondicherry. Da ich zu der Zeit einen Elektriker erwartete der das Licht im Dachheuschen reparieren sollte versprach ich ihm nicht mit ihm per bus mitzukommen sondern spaeter mit dem Motorrad zu folgen. Ich fuhr also los, konnte ihn aber nirgends finden. Auf der Rueckfahrt kamen mir komische Gedanken, die ich sonst vorher nie hatte. Ich fragte mich andauernd, warum bin ich jetzt dahin gefahren? Bisher hatte alles was ich in Indien gemacht hatte einen Sinn oder hatte mir etwas gebracht bzw. zu etwas anderen, neuen gefuehrt. Es gab niemals etwas was ohne Sinn passiert ist. Dann sagte ich mir, na hoffentlich hab ich dann jeztzt kein Unfall, oder ich treffe Shankar mit den ich nicht mehr so viel zu tun haben will (da er ja an dieser Route lebt). Es passierte beides, und ich hatte es wirklich ahnen koennen.  Ich fuhr also vorsichtiger als sonst. Dann war vormir ploetzlich ein langsamer LKW. Ich ueberholte ihn auf dem Sand links neben der Strasse. Um wieder auf die Strasse zu kommen durfte ich jedoch nicht zu schraeg zurueck auf die Strasse. So fuhr ich in einem groesseren Winkel zurueck, daurch wurde aber auch meine Kurve groesser sodass ich am Schluss des Ueberholens in der Mitte der Strasse war. In Indien kein Problem da man ja dann wenn Gegenverkehr kommt auf seine Seite zureuck kann. Das Problem war nur das auf meiner Seite diese TVS (Moped) fuhr, und zwar um ein Schlagloch zu umfahren. Ich war also in der Mitte der Strasse und er ein bisschen auf meiner Spur. Da machte ich einen grossen Fehler. Ich fuhr auf seine eigentliche Spur um ihm auszuweichen. Er jedoch fuhr zurueck auf seine Spur da er nicht auf den Gegenverkehr , also mich, achtete, sondern darauf das Schlagloch zu umfahren. Im Blickwinkel sah er mich natuerlich, ging aber davon aus das ich ganz normal auf meine Spur fahre. Die Schuld ist also nicht ganz klar. Ist auch egal, es war ne dumme Situation. Und es kann so schnell passieren in Indien.

Ich glaube jedoch das es kein Zufall war das der Unfall passierte und ich Shankar traf. Ich hatte es im Gefuehl und nachdem ich nach diesem Gefuehl mir sagte, es passiert mir sowieso nicht und versuch es doch das es mir passiert, ist es passiert. Aehnliche Situationen hatte ich schon in meiner Wohnung, mit kleineren Sachen wie Milchverkippen und so. Es passiert mir immer wenn ich etwas heruasfordere, eine Situation profeziere. Wenn ich darueber auch noch wuetet werden passieren dauernd neue Missgeschicke.

Jedenfalls bin ich froh das mir nichts passiert ist, meine Brille noch ganz ist und das Bike reperierbar ist. Es geht zwar sicherlich in die Rupees aber hauptsache ich bin gesund. Ich werde jetzt noch vorsichtiger fahren obwohl ich glaube das da dennoch eine hoehere Kraft irgendwo existiert.

Bilder vom kaputten Bike gibs auch noch bald.

Ich hoffe ich hab euch keine Angst gemacht, aber ich schreibe diese Artikel auch fuer mich selbst um das zu verarbeiten was mir passiert und um mich spaeter wieder dran zu erinnern.

Bis bald, besonders fuer Wenzel =P BALD BIST DU DA!

Jonas

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/15

Ringfoermige Sonnenfinsternis zu sehen

Heute Mittag um 13:15 kam ich in den Genuss eine ringfoermige Sonnenfinsternis zu sehen. 15 Tage nach der kleinen Mondfinsternis! Ja hier ist was los in Indien. Eine letzte solche Finsternis ist 1000 Jahre her, denn diese war aussergewoehnlich lang (2 min mehr als sonst ;D ) Da sie Sonne allerdings sehr gross im Moment erscheint und der Mond sehr klein war leider nur eine starke ringfoermige zu sehen. Aber trotzdem muss ich sagen konnte man die Veraenderung deutlich spueren. Das letzte mal um die Jahrtausendwende konnte ich das nicht als eine totale Sonnenfinsternis ueber Deutschland zog und ich gerade in dem Moment im Dresdner Bahnhof mit dem Zug stand.

Diemal bereitete ich mich vor. Ich Fernsehen wurden die genauen Zeiten angesagt. Auf einem programm wurde sogar eine Stunde vorher schon gezeigt wie sich Tamilen spezielle Brillen ausetzten und zur Sonne schauten. Zu meinem Pech da gerade davor auf diesem Sender der Film Forest Gump angefangen hatte. Aber Tamilen zu beobachten die in die Sonne schauen, und das eine Stunde lang, muss ja genauso interessant sein, sonst haetten sie ja nicht das Programm urploetzlich unterbrochen. Eine Frechheit^^

Um 13:10 ging ich dann auf mein Dach. Da ich nur eine Sonnenbrille hatte konnte ich nicht direkt hochschauen sonst waeren meine Augen bestimt kaputt gegangen. Aber da es zum Glueck bewoelkt war wurde die Sonne so abgedunkelt das ich das Spektakel sehen konnte und sogar Fotos machen konnte. Die Temperatur viel um 10 Grad, also so als ob eine Wolke vor der Sonne waere. Aber dann kam auch ploetzlich noch Wind dazu durch die Termikabloesungen so das es fast so kalt war wie Nachts. Das Licht war gedaempft wie als ob Gott die Erde mit einer normalen Gluebirne beleuchtet als mit einer Halogenlampe. Es war so aehnlich wie ein Sonnenuntergang hoch am Himmel nur ohne Roete. Ein sehr merkwuerdiges Licht. Trotzdem war ich enteuscht, ich dachte es wird wenigstens so Dunkel als wenn Wolken vor der Sonne waeren aber nee, war ja nur ne ringfoermige. Aber ich kann froh sein das ich ueberhaupt sowas erlebt habe, wer weiss wann das das naeste mal sein wird.

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/13

Wie man sich in Auroville fit haelt

Ich moechtte heute mal einen Artikel ueber Sport und Fitness schreiben. Denn es ist in dieser Hinsicht viel passiert bei mir in letzter Zeit. Die Farmarbeit ist mir zu wenig und es werden zu wenig Koerperregionen angesprochen, zudem suchte ich noch nach einem Ausgleich zum Fernsehen gucken und leckere Sachen essen ; )

Seit 2 Wochen nun fahre ich jeden Sonntag 35km mit dem Fahrrad. Es ist ein grosser Rundkurs durch Doerfer um Auroville herum. Ich fahre dabei immer gute oder weniger gute Teerstrassen bzw. welche die es sein sollten. Die Doerfer die ich da durchquere sind sehr lebendig und sind soweit von Auroville entfernt das hier her sich fast kein Westler verirrt. Die Kinder schreien gluecklich auf Tamil, weisser Mann, weisser Man, weil sie soclhe leute sehr selten sehen oder noch gar nicht gesehen haben. Hier ist alles viel aermer und urspruenglicher. Bei den Touren erleb ich immer sehr viel und bekomm vom richtigen Indien sehr viel mit. Und das obwohl ich fruehs von 6:30 bis 8:00 fahre. In Deutschland wuerde ich da wohl kaum was erleben um diese Zeit. Hier in indien sind da alle schon seit einer halben Stunde wach, mindestens!

Die zweite Sache ist das ich jetzt anfange Fussball zu spielen. Und zwar nicht so ein Hippi Mikki mal schauen Fussball sondern richtig organisiert, jeden Mittwoch und Sonntag 16:30, also gleich nach der Arbeit. Meine Mitspieler sind zwischen 18 und 35 jahren alt. Die meisten so um die 22 bis 25. Der Torwart ist ein kraeftiger Tamile. Ansonsten spielen viele Russen, Italiener, Deutsche und Franz0sen mit. Zwei Farbige sind auch dabei, also wie ein englisches premier League Teame haha. Ich Schlappe Kiste mit keinen Socken, schlechten Schuhen und wenig Ausdauer hab natuerlich da nicht viel zu sagen. Sie haben mich jedoch sehr gut integriert da es ja nur aus Fun ist. Aber ich habe schnell gemerkt das sie ziemlich ernst spielen und auch jede Manschaft alles dafuer gibt zu gewinnen.

Ich persoenlich spiele rechte Hinterabwehr, da ich am Anfang nicht wusste das es kein Abseits gibt wurde ich sehr oft belehrt mich nach hinten zurueckfallen zu lassen. Nach dem das Missverstaendniss geklaert war spielte ich besser. Ich hab jedoch noch viel zu lernen und muss akzeptieren wenn man mich oefters darauf hinweist Wo und Wen ich decken soll. Es ist nicht einfach das nicht persoenlich zu nehmen aber sie meinen es ja nur gut. Ich bin halt neu und man setzt neue immer unter Druck.

Von der Spielstaerke her wuerde ich Einige in die Regionalliga einordnen, andere in gar keine Liga wie ich haha. Aber es sind schon sehr starke spieler dabei, und ich als Abwehr muss diese Leute ja decken, es war verdammt hart hat aber Spass gemacht.

Zu den Bedingungen: Das spiel geht ca. eine Stunde, es gibt keine Halbzeit und die seiten werden nicht gewechselt. Das war ein problem da auf unserer Seite die Sonne uns blendete (Es war Sonnenuntergang). Das Feld besteht aus rotem Sand und ist nur ein bisschen weich wenn man hinfaellt. Es ist nicht ganz so gross wie ein normales, aber gross genug das 24 Leute drauf spielen koennen. Und es waren und werden auch immer 24 Leute sein. Die Teams werden jedesmal neu zusammengewuerfelt, einer faengt an laut zu rufen, Du: Off, Du: Off, Du On. Ich dachte erstmal da entscheidet einer wer mitspielen kann und wer nicht aber ich merkte gleich das das nicht stimmte. Die Leute die ein Off bekommen hatten zogen ihre Shirts aus und zeigten ihre Astralkoerper. Jeder hatte einen unglaublich guten Koerperbau, Jeder, selbst Stephan kommt da nicht ran! Ich fuehlte mich da etwas naja, schwach. Also wir als Team spielten Oberkoerperfrei, die anderen mit Hemden.

Wir verloren 4:2 aber einige Zeit lang hatten wir die Gewalt. Nunja ich werde auf jedenfall wieder kommen und denen zeigen das ich noch mehr drauf hab wenn ich dann richtige Sachen gekauft hab. Bis dahin werde ich noch viel fahrradfahren und so par Uebungen machen. Solangsam nimmt Sport eine grosse Rolle in meinem Leben ein, zumindest in indien.

Lg

euer Jonas

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/08

Ziele auf Rundreise Indien stehen fest!

Schon seit langem ist eine Rundreise durch Indien geplant. Der Grund warum Sarah und Katja kommen (ausser das sie mich sehen wollen = ) ) und der gesamte Inhalt meiner Ferien hier in Indien. Also eine grosse Sache. Da ich schon in Deutschland wusste das ich hier 5 Wochen Ferien haben werde habe ich mir in der Zeit vor Indien schon ueberlegt wo es hingehen soll. Nun steht es fest. Die Zuege sind schon gebucht und damit ist die Basis fuer die Reise  gestellt. Jetzt gibt es kein zurueck mehr =P Hier nun die Eckdaten fuer die Reise:

ERSTER TEIL mit Wenzel

27.2  – 3.3  Reise und Aufenthalt KALKUTTA

4.3 – 9.3  Reise und Aufenthalt in DARJEEELING

9.3 – 11.3 Reise und Aufenthalt in VARANASI

12.3 – 15.3 Reise und Aufenthalt in DELHI (Sarah und Katja kommen dort am 13.3 an)

ZWEITER TEIL mit Wenzel, Sarah und Katja

16.3 – 20.3 Reise und Aufenthalt in UDAIPUR

21.3 – 22.3 Reise ueber MUMBAI (10h Aufenthalt) nach Goa

23.3 – 25.3 Aufenthalt in GOA

26.3 Reise und Uebrnachtung in KANNUR

27.3 Reise in den tropischen Regenwald von Kerala, vllt. SAFARI

28.3  – 30.3 Reise und Aufenthalt in OOTY

31.3  – 2.4 Reise und Aufenthalt in AUROVILLE bzw. PONDICHERRY

3.4 Abreise von Sarah und Katja

Gesamtzeit der Reise: 5 Wochen

Kosten der Reise inklusive Essen und Uebernachtung ohne Flug: ca. 300 Euro bzw. 500 Euro (Wenzel und Ich)

Gereiste Kilometer: 7500 km (Wenzel und Ich), 3500km (Sarah und Katja)

Genauere Informationen kommen demnaest = )

Verfasst von: jonastanderdritte | 2010/01/01

2010

Happy new year an Alle!

Ihr fragt euch sicher wie ich hier Silvester gefeiert hab. Nun es war sicher unvergleichbar zum letzten ; ) Erst einmal kam ich in den wundervollen Genuss als Erster das Jahr 2010 begruessen zu duerfen. Die Begruessung habe ich jedoch etwas verpasst. Um 0:00 bin ich gerad mit dem Bike nach Pondy reingefahren um zur Silvestershow dabei zu sein. Nun ich und Lea, wir kamen 3 Minuten zu spaet. Als wir den Steinstrand von Pondy erreichten war die Stimmung am Siedepunkt. Das was ich dort erlebt habe war groesster Albtraum und unglaubliche Gluecksgefuehle auf einmal. Tausende Tamilen liefen in Gruppen von drei bis meist so um die 10 Leuten die Strassen herunter. Mindestens ein drittel der Tamilen schrien sich gegenseitig an. Entweder mit einem lauten Happy new Year! oder einem Yihaaa!!!! Man muss ich das so vorstellen wie bei uns die betrunkenen Gruppen, nur das alle unglaublich gluecklich sind, unglaubliche Freude ausstrahlen und es daneben keine normalen Leute gibt (ausser uns und ein par kleine Polizistis mit ihren winzigen Schlagstoeckerlis) Also Partystimmung hoch hundert. Jeder Tamile der auf mich zukam schuettelte mir die Hand wuenschte mir ein Happy new year und ging dann sofort wieder weiter. ich hatte mehr Angst um Lea. Sie war weit und breit mit die einzige Frau unter Tausenden betrunkenen rumschreienden koerperkontakt suchenden Tamilen. Aber da ich an ihrer Seite war und eine gewisse Polizeipraesenz vorhanden war kam es nur selten zu problematischen Situationen. Alle waren erstaunlich anstaendig im gegensatz zu dem was die Anderen uns gesagt haben, ja die Tamilen an Silvester ja niemals nach Pondy gehen, alle betrunken und als Maedchen gar nich erst dran denken.

Nicht das war das Problem sondern das Motorrad fahren danach. Wir entschlossen uns an einen abgelegene Strand zu fahren um die Mondfinsternis zu erleben. Mit uns starteten nur 10.000sende Tamilen auf ihren Bikes. Ich wusste das definitiv mindestens die Haelfte betrunken sein muesste und alle fuhren tasaechlich etwas daneben als sonst, immer noch rumschreiend. Und da alle soo gluecklich waren fuhren sie auch noch mit viel Enthusiasmus. Also stellt euch das mal bildlich vor. Ich fahre ueber Kreuzungen ohne Vorwartsregeln mit hunderten betrunkenen Tamilen Nachts um 0:30 , die fahren und schreien als waeren sie fahrende Piraten die einen Bus kapern wollen. Das Wort Anarchie passt wohl am besten zu dieser chaotischen Verkehrssituation. Ich war gluecklich diese par Minuten ueberlebt zu haben. Auf der East coast Road kamen uns dann zwei Krankenwagen entgegen, haette mich auch gewundert wenn nicht.

Wir kamen also bei Quiet Beach an, eine Auroville Community. Und Quiet war es wirklich. Der Strand gehoerte uns. Wir kletterten ueber die Mauer und waren nun an einen wunderschoenen Traumstrand. Wir sassen auf alten zerfallenen Skelettenvon Fischerbooten, das Wasser 26 Grad, Die Luft ca. 24 Grad warm. Eine Mondecke lief schwarz an, die Mondfinsternis. Ich packte meinen Wein aus, und was zum knabbern. ich hatte auch zufaellig 3 Kerzen mit die ich in den Sand steckte und anzuendete. Wir diskutierten ueber Gott und die Welt und sahen dabei dem Meeresschimmern zu, welches sich am oberen rand der Wellen immer wieder blicken liess.

Nun so ein Start in das Jahr 2010 laesst gutes verhoffen. Das war ein sehr schoenes und mal anderes Silvester. Diesmal ohne Knaller aber dafuer mit traumhafter Umgebung und romantischer Stimmung.

Lg euer Jonas

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/29

Sie hat es geschafft!

Nach stundenlangen pressen und pressen und nochmals pressen hatte sie es geschafft! Am 28.12.09 Um 15:20 indischer Zeit erblickte ihre Tochter das Tageslicht. Zuerst konnte man in den Morgenstunden ewig lange nur die Beinchen rausgucken sehen. Irgendwann bekamen die Arbeiter Panik und haben den Tierarzt gerufen. Der steckte seine Hand rein und holt es binnen einer halben Minute raus. Die Kuh hatte unglaubliche Schmerzen. Voller Schleim und Blut lag die Geburt reglos auf dem Boden. Die Kinder von Jayanti, einer Arbeiterin auf der Farm, pressten die Lippen zusammen und schauten starr wie auf dem Gemaelde ^Der Schrei^ auf das haufen Elend. Doch dann, eine erste Bewegung. Shankar nimmt der Weile einen Eimer voll Wasser und schuettet ihn ueber die Mutterkuh. Also eine normale Prozedur. Auch bei uns in Europa werden den Muettern von Menschenskindern nach dem Akt Wassereimer ueber den Kopf geschuettet damit sie bei Bewusstsein bleiben. Nur haben wir dann das Problem das die Krankenbetten voellig nass sind und die Muetter schwere Erkaeltungen von sich tragen. Nach der Dusche ^Shankars-Art^ steht die Kuh ploetzlich muhend wieder auf den Beinen. Sie erblickt ihr Kind, doch das Kind hat zuerst, nachdem es das Tageslicht erreicht hat, mich erblickt. So versucht es zu mir zu robben. Zur Verwunderung der Mutterkuh die darauf hin ein Belehrungsmuh abgingt SIE ist die Mutter. Nach Studenlangen ablecken sieht das Baby heute aus wie vor dem Gang zur Kirche am Sonntag. Hier nun die Fotos:

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/28

Dorfleben und Ueberschwemmung

NEUE FOTOS ONLINE IN MEINEM PICASA WEB ALBUM! VIEL SPASS = )

http://picasaweb.google.com/jonastanderdritte/NEUEFOTOSDEZEMBER#

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/22

MERRY CHRISTMAS = )

Wenn ich schon nicht Weihnachten feiern kann so kann ich wenigstens euch viel Freude beim schnabulieren von Lebkuchen, geschenke oeffnen und besinnlichen white christmas hoeren wuenschen. Zwar koennt ich mir ein casuarina tree ins Wohnzimmer stellen (Nadelbaumartiger Baum) und es gibt sogar Christmas decoration in Pondy aber ich glaub ohne kaelte, Schnee und der europaeischen Weihnachtsstimmung laesst sich weihnachten einfach nicht feiern. ich denke immer noch im Unterbewusstsein es ist Sommer 2009. Und immer wenn ich aufs datum schaue und sehe das bald Weihnachten ist dann ist das ziemlich surreal fuer mich und mir wird leicht komisch und ich werde trurig und sehne mich nach Deutschland.

Die Anderen haben auch kein Plan wie man hier Weihnachten feiern kann, das beruehmte bild vom Schmuecken einer Palme gestaltet sich sehr schwierig (Nur Selvam ist krank genug ohne sicherung da hoch zu klettern) und geschneke haben die inder schon zu Diwali bekommen, Lichterfest und Knallerei war auch schon, also auch Silvester faellt in den Eimer.

Ich werde vielleicht am 25. in die Kirche in Pondy gehen, vielelicht finde ich ja dort Weihnachten = (

Bis Bald, zuendet eine Kerze fuer mich an = (

euer Jonas


Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/16

News`n Notes (III)

Mein erster Friseurbesuch

Da ein Friseurladen in meinem Haus existiert musste ich meine Faulheit nicht ueberwinden um einen zu suchen. Man sagte mir ich habe 30 Minuten zu warten, kein Problem denn der Warteplatz war ja schliesslich meine Wohnung^^ Dann kam ich dran. Der Raum hat 2 Friseurstuehle und eine Wartebank. Dazu ein grosser Spiegel, ein par Goetterbilder und ne Ablage fuer Alle noetigen instrumente. also im ganzen schlicht und auf funktionalitaet bedacht, wie alles in indien. Das finde ich uebrigens wunderbar! Der Typ der ein bisschen schwul aussah (das ist das einzige was deutsche und indische friseure gemeinsam haben) nahm die Schere und frisierte mich blitz schnell zu einem Vorzeigenazi. Er kemmte mir 1000 mal die Haare so zur seite das es echt schlimm aussah. Vielleicht haette ich ihm nicht sagen sollen das ich aus Deutschland komme. Dann nahm er eine Rasierklinge und machte die Seiten sauber. Es kostete mich 25 Rs also 30 cent. Es dauerte 5 Minuten. In meiner Wohnung verwuschelte ich die Haare. Nun sieht es wieder normal aus. Darueber wunderten sich einige die meinten ich sehe doch so besser aus. Man sollte die Inder schnell aufklaeren das der Nationalsozialismus und Hitler keine wunderbaren grossartigen Dinge waren. Ich finde es absurd das indische Geschichtsbuecher das den Kleinen lehren. Ich werde oefters gefragt wenn ich sage ich komm aus Deutschland wie ich Hitler finde und ob er nicht ein grossartiger Man war. Ich konter dann immer mit dem Holocaust. Aber damit koennen einige nichts anfangen.

Weg zur Arbeit ueberflutet

Heute morgen wollte ich zur Arbeit fahren. Der Weg dorthin existiert nur leider nicht mehr. Er steht 1m unter Wasser da die zwei Seen links und rechts nun zu einem zusammengewachsen sind. Und da ich nicht 50m in diesem tiefen Wasser fahren wollte nahm ich einen Umweg. Seit zwei tagen naehmlich gibt es unglaublich starke und ungewoehnlich lange Regenerguesse. Sie dauern von einer halben stunde bis zu manchmal 8 oder 9 Stunden an. Und sind mindestens 4 mal so heftig wie die heftigsten Schauer in deutschland. Ihr koennt euch ausrechnen wie viel Wasser hier runtergekommen ist, in den 2 Tagen auf jedenfall mehr als in der gesamten Monsunzeit. Das liegt daran das ein Zyklon ueber Tamil Nadu zieht. Einige Teile von manchen Doerfern stehen unter Wasser, es wird viele Moskitos geben sowie Krankheiten. Mir tun die menschen leid die in den Huetten wohnen und nicht im ersten Stock wie ich.

Bike verkauft

Mein Motorrad was nach dem Vertrag zu viel power hat habe ich nun fuer 40000 wieder zurueck an lakshman verkauft. Habe damit 5000 verlust gemacht. war aber auch meine eigene schuld da ich den vertrag gebrochen habe. Fahre nun wieder eine Splendor, also ein 12 Jahre altes Russenbike was fast so aussieht wie mein erstes was ich nur gemietet hatte. Aber fuer den Spass was ich mit dem anderem hatte hat sich es gelohnt ; D, naja eigentlich nicht^^ aber es war schon cool sowas mal zu fahren =P

Wetter

23 Grad. 97 Prozent Luftfeuchtigkeit,  Meine Sachen trocknen nicht mehr = ( und lang andauernde schwere Regenfaelle. Freitag erst wird es wieder trocken und freundlich. Zeit um den Pullover rauszuholen und Tee zu machen = )

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/12

Meine Katze

Hallo liebe blogtreuen Leser ; )

Ich hab mich in letzter Zeit ziemlich allein gefuehlt und ich vermiss euch alle sehr! Damit es nicht ganz so still ist hab ich mir nun eine Katze zugelegt. Es ist jedoch alles anders gekommen als ich mir vorgestellt habe. Ich haette die Aufgabe des Katzenbeschaffens nicht meinem indischen Freund und Helfer Shankar uebertragen sollen. Denn er brachte mir gleich 2 Katzen Eine Mutter mit ihrem Kind. Er war so euphorisch das ich ihn kaum stoppen konnte als er zu mir nach Haus kam und meinte er haette 2 Katzen fuer mich. Er transportierte sie in einem Beutel! Und er warf sie regelrecht heraus. Da sah ich die beiden zum ersten mal. Ich war ziemlich sauer auf Shankar, aber auch auf mich selbst da ich das mit Shankar vorher nochmal absprechen haette sollen. Aber ich war nicht nur deswegen sauer. Shankar ist jemand, der immer sehr schnell alles gleich machen will und so hatte ich keine Zeit die Tueren und Fenster zu schliessen. Die Mutter ist nun fuer immer verschwunden. Das arme kleine Kaetzchen, welches erst 6 Wochen alt ist, braucht allerdings ihre Mutter noch weitere mindestens 6 Wochen bis sie alles von ihr gelernt hat und selbstaendig ist. Aber auch so ist das Mutter-Verlieren eine sehr schmerzliche Sache. Ich habe nochmal mit ihm darueber geredet aber er versteht es nicht. Katzen sind fuer ihn, sowie fuer alle anderen Inder, Dreck. Er hatt auch gelacht als ich den Hund zu Tode gefahren hab. Nunja. Zu allem Unglueck ist das kleine suesse Meuschen dann auch noch aus dem ersten Stock gefallen. Ich war mir sicher sie waere dabei draufgegangen. Mir wurde schlecht und ich habe mich noch nie so ungluecklich und schuldig gefuehlt. Ich bin hinuntergestuerzt. Allerdings mit wenig Hoffnung. Dabei ist mir gar nicht eingefallen das Kaetzchen sich nur sehr schwer was brechen koennen. Sie hatte zum Glueck nur einen Schock und ihr Bewusstsein verloren. Nach dem ich sie angestuppst habe kam sie wieder zu Bewusstsein. Zu meiner Ueberraschung begann sie sofort wieder an zu laufen. Ich nahm sie wieder mit hinauf und liess das Fenster auf in der Hoffnung das die Mutter wiederkommt (Das kleine konnte ja nicht weg weil das Fenster zu hoch war). Von Daria hab ich dann erfahren das wenn Katzenmuetter einmal ihr Kind verlieren nicht danach suchen (wenn es von anderen weggenommen wurde).

Am naesten Tag bin ich mit ihr zum Tierarzt. Dafuer hab ich ein Taxi bestellt, auch da hat mich Shankar bloed angeschaut, warum bist du nicht mit dem Motorrad gefahren? Dort angekommen musste ich 10 Rs Anmeldegebuehren zahlen. Die Behandlung sowie die 2 Spritzen waren UMSONST! Deutschland, schau in dieser Sache auf Indien. Die Erhaltung der Gesundheit von Mensch und Tier wird vom Staat finanziert! Wie in Kuba. Fuer diese Sache liebe ich diese Laender. In Deutschland haett ich sicher 20 Euro zahlen muessen.

Ein Tag spaeter ging es ihr fantastisch gut! = ) Sie sprang herum und miaute kraeftig. Seit Gestern bekommt sie Katzenfutter. Davor und auch jetzt noch als Zusatz bekam, bekommt sie in Wasser oder Milch aufgeweichtes Brot. Zu Trinken hat sie Milch. Ich moechte sie aber so bald wie moeglich umstellen auf Wasser. Seit heute bekommt sie auch noch alles warm serviert da ich nun endlich eine Kochmoeglichkeit hab.

Seitdem sie Fleisch bekommt verhaelt sie sich auch so, wie ein Fleischfresser ; ) Sie beisst sich in meinen Finger und kratzt herum. Ich hab ihr aber schon beigebracht mich nicht zu verletzen. Sie lernt schnell da gerade ihre Lernphase zu Gange ist. So hat sie in 2 Tagen von mir gelernt das Katzenklo zu benutzen.

Zwei Probleme hab ich jedoch. Dadurch das sie so jung ist brauch sie viel Zeit mit ihrer Ersatzmutter, also mir. Und ich muss arbeiten. Es tut ziemlich weh sie alleine zu lassen wenn sie mich anmauzt. Daran muss sie sich nun gewoehnen. Und das zweite ist, was mach ich mit ihr wenn ich wieder zurueckfliege? Dafuer muesste ich zie Impfen, einen Tierpass beantragen. Ich hoffe das bekomm ich alles. Ich will diese katze behalten, ansonsten muss ich sie entweder jetzt oder nach dem jahr abgeben, an einen westlichen Menschen der hier wohnt und sich mit Katzen auskennt, aber das bring ich nicht ueber das Herz. Ich werde mich im internet informieren, es gibt bestimmt irgendeinen Weg die Katze nach Deutschland zu bringen.

ich hoffe Wenzel, das du kein Problem mit Katzen hast ; ) wenn du kommst ist sie ja schon 3 Monate alt.

Hier nun einige Fotos:

Jeder der ein Kommentar hinterlaesst muss einen Namen fuer die Katze dazuschreiben, sie ist weiblich und mir ist noch keiner eingefallen ; )

Ciao, bis dann! = )

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/06

News and Notes (II)

Uma meine freundliche Amma

Nun hab ich also auch eine Amma. Man koennte fast denken ich bin ein Pascher, Amma, Kuehlschrank, Couch, Fernseher. Aber die Amma profitiert ja davon, das ist mehr Entwicklungshilfe als wenn ich auf einer Farm arbeite wo man mich eigentlich nicht wirklich braucht. Ich zahle ihr 1000 Rs pro Monat fuer 8 mal Waesche waschen und 4 mal Wohnung durchwischen, wenn sie es gut macht zahl ich ihr das dopellte. Und mit dem Geld kann sie sehr viel anfangen, und bisher macht sie es sehr gut, meine Waesche ist verdammt sauber geworden, so haette ich es niemals alleine hinbekommen.

Sweet Home – Alles eingerichtet

Nun sieht meine Wohnung bewohnt aus, hier sind die ersten Fotos und eins davon ist Katja gewidmet die meinte es waere ja schon fast wie in einem Bollywoodfilm, reiche Leute micht prachtvollen Wohnungen ; )

Hier fuer dich Katja ; )

Arbeit – Digging bis zum Umfallen

Im Moment graben wir ein riesen Feld von 70 mal 70m um, das mit einem Mumpty, einem breiten hackenartigen Geraet. Selvam und Shankar brauchten 1 Woche fuer nur die Haelfte, auch die Frauen muessen ein aehnliches Feld von der selben Groesse umgraben. Shankar hat schon ziemliche Rueckenschmerzen, Slevam ist fast 60 und arbeitet wie ein Tier. Leider hat die Farm nicht viel Geld um Geraete bzw. Maschinen zu kaufen. Ich hatte aber genug uebrig um Shankar wenigstens den Schlaf angenehm zu gestalten. Ich hab ihn fuer 600 Rs, also 9 Euro eine Matratze gekauft. Bisher hatte er nur eine Holzbank ohne jegliche Polsterung.

Unglaubliches

Heidi auf Tamil

Letztens habe ich durchgezappt und bin voller Entsetzen auf einem Sender stehen geblieben, denn dort kam die Kindertrickserie Heidi, aber nicht auf einem englischen Sender sondern auf einem lokalen tamilischen. Und tatsaechlich, Heidi sprach tamil, ich hab mich weggehauen.

Drei Kleine Diebe

Gestern nahm ich drei ca. 9 jaehrige Tamilen mit. Sie wollten zum Strand. Ich habe nicht aufgepasst und nicht daran gedacht auf meinen Rucksack acht zu geben. Als ich sie absetzte und spaeter dann von meinem Bike stieg war meine Tasche offen. Zum Glueck hatte ich kein Geld drin. Aber ich nehm ihnen das nicht uebel, denn sie sind so weil Indien und sie arm sind.

Nur heilige Musik aus Tempellautsprechern?

Gedacht. Heute bin ich am Tempel bei mir im Dorf vorbeigefahren. Aus den Lautsprechern kam keine heilige Gottesmusik, nicht mal wenigstens indische Schmalzlieder sondern, man glaubt es kaum, Hip Hop. Indischer Hip Hop! Es waere wie als wenn der Orgelspieler in der Kirche Rocklieder auf einer Gitarre spielen wuerde. Es war so absurd, ich weiss nich was ich davon halten soll.

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/05

Armut heisst Lebensgefahr fuer Tier und Mensch

Es ist 20:00. Ich entscheide mich in einer Pizzeria Abendessen zu nehmen und danach nochmal ins Internetcafe zu fahren. Ich fahre nun wieder eine Honda Hero Splendor 100 Kubik. Es ist ein ziemlich russiches Motorrad, 12 Jahre alt, Tacho geht nicht, Hupe geht nicht, Licht ist sehr schlecht und falsch justiert. Das alles wollte ich am naesten Tag vom ehemaligen Besitzer noch aendern, bin deswegen also nur zwischen 30 und 40 gefahren. Womit man allerdings in Deutschland auf den Strassen nicht rechnet, ploetzlich mitten auf der Strasse erscheinende 2 m hohe Sandhuegel. Da ich langsam fuhr konnte ich ausweichen aber trotzdem war es relativ knapp da ja mein Licht schwach war, so bin ich fast hingeflogen, konnte mich aber gut abfangen. 50m weiter. Die Strasse ist komplett frei, ich sehe keine Sandhuegel und die Strassen sind fantastisch gut beleuchtet von Scheinwerfern neben einem Tempel. Ich fahre so um die 35 als urploetzlich ein Hund von der Seite mir ins Bike sprang. Ich konnte nichts machen da er ja nicht vor mir stand und ich ausweichen musste, nein er ist mir nicht ausgewichen sondern von der sicheren Seite genau dann reingerannt als ich ihn passierte. Ein Suicidhund? Das koennte man fast bei allen Hunden denken, sie sind so schwach das ihre Aufmerksamskeit ebenso schwach ist, sie reagieren sehr spaet und schauen nicht zum Bike sondern springen zu irgendeiner seite, meistens ist es die richtige weil sie hoeren von wo das Bike kommt, ich weiss nicht ob dieser Hund taub war aber er muss ziemlich weg von der Realitaet gewesen sein, vllt hat er gerade geschlafen, er wurde aus seinem Traum gerissen und ist instinktiv irgendwo hingesprungen. Jedenfalls ist er jetzt tot. Und ich bin froh das ich mit einer starken Prellung am rechten Bein davongekommen bin. Ich bin direkt uber in drueber, seine Gedaerme sind auf jedenfall fustch gegangen, er hat geheult und sich gekruemmt. Es machte jedoch keinen Sinn sich um diesen Hund zu kuemmern, das einzige was ich fuer ihn haette tun koennen waere ihn zu toeten und ihn von den Qualen zu befreien, aber die anderen Hunde sahen das nicht so,sie haben mich angebellt und ich wusste nicht ob es diesmal nur beim bellen bleibt. Mit starken Schmerzen bin ich schliesslich zur Pizzeria gefahren, Alle Auroville Hospitals haben natuerlich um diese Uhrzeit zu und die Krankenheuser sind 10km entfernt. Ich war froh als ich dann angekommen war denn dort nahm ich mir eine eiskalte Cola und kuehlte die Stelle. Spaeter erfuhr ich das diese Art von Kuehlen sehr schlecht ist da die Blutzirkulation dann stoppt. Ich konnte den Tag nicht mehr richtig laufen und hatte 5 Stunden lang schmerzen.

Waeren die Strassenverhaeltnisse nicht so schlecht und wuerde man etwas tun gegen die Hunde oder sie wenigstens pflegen waere das Risiko erheblich geringer. Die Huetten stehen zudem direkt an der Strasse. In Deutschland haben Strassen eine andere Bedeutung. Sie sind ausschliesslich zum fahren da und niemand traut sich ohne zu schauen drauf, auch die Tiere nicht (ausser Tiere mit wenig Gehirn). Hier spielt sich das Leben auf den Strassen ab. Auf den Strassen leben Kuehe, Hunde, Ziegen, es stehen Bikes rumm, ueberall Pfuetzen, Schlagloecher usw. Menschen gehen dauernd ohne zu schauen ueber die Strasse. Kinder spielen ohne Ruecksicht auf der Strasse, auch 3 oder nur 2 Jaehrige, ohne Aufsicht. Wenn Indien nicht so arm waehre gaebe es Plaetze fuer dieses Leben. Dann waeren die Strassen frei. Menschen leben von den Strassen, sie profitieren davon und bauen ihre Heuser dahin. Wenn sie ein gewisses Einkommen haetten wuerden sie ihre Heuser abseits der Strasse bauen. Ich bin ja dafuer das das Leben sich draussen abspielt, aber nicht so und nicht wenn die Menschen arm sind, denn dann wird es gefaehrlich.

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/12/05

Japanische Enzephalitis

Über die Japanische Enzephalitis Die Japanische Enzephalitis ist eine akute entzündliche Erkrankung des Gehirns und des Rückenmarks, verursacht durch das Japanische Enzephalitisvirus (JEV), das durch Strechmücken übertragen wird. Die meisten Infektionen mit JEV verlaufen leicht mit Fieber und Kopfschmerzen bzw. symptomlos. Aber: Etwa eine von 300 Infektionen führt zu einer schweren Erkrankung mit raschem Einsetzen von hohem Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteife, Orientierungsverlust, Koma, Krämpfen, spastischer Lähmung und Tod. Die Mortalität liegt bei etwa 30% und bis zu 50% der Überlebenden leiden lange bis lebenslang an chronischen neurologischen Folgeerscheinungen. Das JEV wird nur von bestimmten Stechmückenarten übertragen. Diese Stechmücken kommen oft in ländlichen Gebieten Asiens, aber auch in den Randbezirken der Städte vor. Die Aufnahme des Virus durch die Stechmücken erfolgt bei einer Blutnahrung an Hausschweinen oder Wildvögeln, die mit JEV infiziert sind. Die so infizierten Stechmücken übertragen das Virus dann auf andere Schweine und Wasservögel oder auch auf den Menschen.

Weiterhin hab ich gelesen das die Muecken meist nur Nachts vorkommen, es nur eine bestimmte Mueckenart ist und somit die Wahrscheinlichkeit sich dadurch veringert JE zu bekommen, selbst wenn, hat man nur alle 300 Faelle einen schlechten Ausgang mit Behinderung und Tod. Die Anzahl dieser schlecht ausgehenden Faelle betraegt offiziell 35000 bis 50000 Faelle, die Dunkelziffer wird hoeher sein, also sagen wir 200000. Das auf 2 Mrd. Menschen gerechnet, jeder 10.000 Mensch. Jeder 50.000 Mensch stirbt also davon. Ausserdem ist die Anzahl der Betroffenen Touristen im Vergleich zu den Einheimischen geringer und der Aufenthalt dieser in den Laendern im Gegensatz zu den Einheimischen kurz, da sie ja nicht dort leben. So haben wir eine Wahrscheinlichkeit von vllt 1:500000 wenn wir davon ausgehen das sich der Tourist 10 mal kuerzer in den Gebieten aufhaelt also 5 Jahre dort lebt!!! Man muss jedoch beachten das das Risiko erheblich ansteigt waehrend und besonders nach der Monsunzeit. Zudem sind Touristen zwar imuntechnisch besser gschuetzt als die Einheimischen (sehr armen schwachen Leute die es besonders trifft) werden aber oefter gestochen. Wenn man dann auch noch durch laendliche Gegend reist und im Dschungel umherhuscht erhoeht sich das Risiko. Dieses Risiko wird jedoch wieder ausgeglichen wenn man sich mit DEET einsprueht oder Odomos so sorgfaeltig aufstraegt das man statt 10 mal nur 1 mal gestochen wird. Ich gehe davon aus das man Nachts unter einem Moskitonetz schlaeft.

Jetzt kann jeder selbst entscheiden ob er sich dagegen impfen lassen will. Ich habe mehr Angst vor Dengue oder Malaria, zudem kostet die Impfung fast 200 Euro und es koennen nich so schoene Nebenwirkungen auftreten, der Impfstoff ist erst deit April 2009 zugelassen.

Ich wuerde es aber jedem empfehlen es zu machen wenn es die Krankenkasse bezahlt denn wenn man es zufaelliger weise doch bekommt ist es ziemlich krass. ABER, 200 Euro fuer diese geringe Wahrscheinlichkeit auszugeben kommt fuer mich persoenlich nicht in frage.Hier in Auroville hatte noch nie jemand einen schlechten Ausgang der JE. Es ist keiner dran gestorben oder behindert. Diese Leute sind keine Touristen, es sind ueber 1000 Menschen die hier seit Jahren oder sogar jahrzehnten leben und auch schon oefters durch den Dschungel gereist sind. Und auch wir haben hier Massen an Moskitos und Feuchtgebieten.

Also fuer alle die nach Indien kommen wollen, entscheidet selbst was das richtige fuer euch ist. Ich habe nicht schlecht gestaunt als Sarah meinte es wuerde 190 Euro kosten. Und hohlt den Rat mehrerer Aerzte ein. Manchmal wollen sie bzw. die Pharamindustrie auch nur Geld machen.

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/11/30

News & Notes (I)

Absofort! neueste Nachrichten kurzgefasst und woechentlich.

Arbeit – Neue Aufgabe

Das Befreien der Passionfruit-Felder von undurchdringlichem Dschungel musste aufgrund eines dringenden Notfalls vorerst gestoppt werden. Eines oder mehrere der Biofarm noch unbekannte Tier(e) fressen ungezogener Weise die oberen Haelften der erst neu gepflanzten Papayabeumchen. Die neue Aufgabe besteht nun darin natuerliche Schutzzeune aus stacheligen palmartigen Pflanzen um die geschundenen kleinen armen Papayas herumzustecken und zu hoffen das sich das noch unbekannte Tierchen jaemmerlich dran pikst.

Sweet Home – Die Basis ist geschaffen!

Am Samstag wurden Einrichtungsgegestaende in Pondy gekauft. Dabei muss ein grosses Dankeschoen an Shankar ausgesprochen werden. Er hat die Hochzeit eines bekannten sausen lassen um mir, als voellig hilfloser Moebelsuchender, zu helfen, die billigsten Plaetze zu finden. Zudem hat er mir einen Fernseher fuer umgerechnet 21 Euro besorgen koennen (37cm). Weitere Gegenstaende die gekauft wurden: Ein Ausklappbett, Ein sehr stabiler Plastiktisch, vier Plastikstuehle, ein kleiner Tisch fuer den Fernseher, Kuecheneinrichtung sowie Sachen zum Sauberhalten der Wohnung.

Die Terasse als Kommunikationsebene

Gestern begab ich mich das erste mal fuer laengere Zeit auf die Terasse um Waesche aufzuhaengen. In diesen vielleicht 10 Minuten redete ich mit drei Indern und arrangierte Unmengen von Sachen worueber ich mir schon laenger einen Kopf gemacht habe. Zuerst kam ein Nachbar der meinte warum ich selbst Waesche wasche, er organisierte mir eine Amma. Sofort darauf kam ein kleinerLieferwagen, der vor dem Haus anhielt. Der Fahrer sprach mit meinem Nachbar. Da ich einen Lieferwagen brauch um die Couch und den Kuehlschrank zu transportieren sprach ich ihn von oben an, super! Es klappt. 1 Minute spaeter kam Lakshman. Er fragte ob er sich mein Bike nehmen kann da er jemanden gefunden hat der es kaufen will und er gab mir seins dafuer. Genau die drei Probleme die ich hatte loesten sich innerhalb von wenigen Minuten. Bei den naesten Problemen werde ich wieder auf meine Terasse gehen, viellicht ist dies eine heilige Kultstaette an der alle meine Probleme geloest werden = )

Nachrichten aus Indien

In Karnataka gab es einen Minigau. Im Kaiga Atomkraftwerksgelaende kontaminierte radioaktives Kuehlwasser mit dem dortigen Trinkwasser. Ueber 50 Arbeiter, die das Wasser unwissend tranken,  sind nun krank. Ich mache mir nun Gedanken ueber den Zustand von indischen Atomkraftwerken und wo das naeste hier in der Naehe liegt. Ich sollte vielleicht nicht so viel Nachrichten schauen, sie sind entsetzender als in Deutschland.

Wetter

Seit Vorgestern (Samstag) hat sich das Wetter voellig umgeschlagen. Statt stundenlangem Sonnenschein nachdem Ende des Monsuns ist es nun seit 3 Tagen bedeckt. Von Tag zu Tag verdichten sich die Wolken, Shankar meint es waere ein Zyklon, Jeff jedoch sagt, es waere eine riesen Grosse Wolke die sich von Bengalen bis nach tamil Nadu ausstreckt. Er ahnte wetterfroschmaessig voraus das es starken Regen geben wird fuer 2 bis 3 Tage. Warten wir ab was passiert.

Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 26 Grad mit einer starken Luftfeuchtigkeit von 92 Prozent, es ist drueckend und es brodelt in der Luft.

Unglaubliches – Moskitoticks

Sonntag morgen befanden sich an die 25 Moskitos aussen am Moskitonetz sowie 4 Moskitos innerhalb (sie kamen heinein als ich 2 Sekunden lang unter dem Moskitonetz hindurchschluepfte. Heute morgen befanden sich 0 Moskitos im Raum um die selbe Uhrzeit. Ich werde dies studieren und mich danach richten um zu den richtigen Zeiten zu lueften.

Es wird niemals einen 100 prozentigen Schutz gegen Moskitos geben, sie sind ueberall!!! Huhhh!

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/11/29

Wenzel eroeffnet Blog!

Wenzel, der bald auch in Auroville sein wird, hat soeben einen Blog eroeffnet!

wie man schnell erkennen kann im selben Style aber mit einem kreativeren Headphoto von sich selbst als Identifikation und kuenstlerisches Abbild. Dies gibt dem aequivalentem Blogstyle eine individuelle Note. Wir sollten Wenzel genauso unterstuetzen mit Kommentaren so wie ihr es hier bei mir tut. Denn der Blog soll genauso aufleben und als Ergaenzung zu meinem fungieren bzw. als Informationsblog und Kuenstlerblog in einem.

Was er sonst mit seinem Blog machen wird werden wir sehen, ich bin auch ganz gespannt = )

Hier der Link: http://wpindiart.wordpress.com/

Verfasst von: jonastanderdritte | 2009/11/26

Der Grossmogul ist in seinem Schloss angekommen!

Der 25.11.2010, ein Datum was sich in mein Gedaechtniss einbrennen wird. An diesem Tag bezog ich meine erste richtige Wohnung. Ich habe alles eingerichtet und Fotos gemacht. Im Moment habe ich noch ein par Probleme mit den langen Halogenleuchten, ansonsten, das Wasser fliesst! Das ist die Hauptsache. Am selben Tag war ich mit Shankar und seinem besten Freund in Pondy Matratze kaufen fuer 300 Rs, das sind 4 Euro! FUER EINE MATRATZE!!! Dazu ein Kopfkissen fuer 150 Rs. Die erste Nacht habe ich mir schoener vorgestellt. Ich dachte da ich ja nun verschliessbare Fenster habe breuchte ich kein Moskitonetz, falsch gedeacht, bzw. nicht gedacht, bzw. nicht geguckt. Denn ueber mir in meinem selbsternannten Schlafzimmer ist eine kleine Oeffnung fuer die Luftzirkulose. Aber das war noch nicht alles. Der Schlaf ward nicht lang. Puenktlich um 5 Uhr fruehs ging die Troete der Moschee loss, Allaaaaah Akbaaaaar haaauuum malaaaa aaa  laaa mmmh maaaalaaa aaaammaaahh. Sie bdefindet sich 5m neben meinem Haus wie ihr auf dem Bilde sehen koennt. Aber damit nicht genug, als ob die Hindus kontern muessten drehte einer unter mir sein CD-Spieler so laut es ging, auch wenn er es nicht schaffte mit seinen hinduistischen Dauerpredigten, die sich alle 10 Sekunden wiederholten die Moschee zu uebertoenen so war es laut genug um in den Pausen wo die Moschee mal nicht groelte auch nicht weiterschlafen zu koennen. Nachdem die Hindupredigtwiederholungsschleife dann doch zu Ende war atmete ich auf. Doch 3 Sekunden spaeter fing ein Bollywoodlied an, voellig unpassend zur Moschee und der Hindupredigt davor, total albern. Wenzel! Bring mir bitte Oropax aus Deutschland mit!!! Oder Oma, schick mir welche mit dem Paket, ich weiss nicht ob es die hier gibt und die sind echt wichtig wenn man nicht schon um 5 wach sein will.

Fuer das Dach muss ich mir noch was einfallen lassen, ich weiss gar nicht was ich mit dem ganzen Platz machen soll. Auf jedenfall kommt eine gemuetliche Lagerfeuerstelle hin, 2 Liegestuehle fuer Wenzel und mich und vllt eine Cocktailbar in das Heuschen was zum Unterstellen fuer die Monsunzeit gedacht ist und gleichzeitig als mein Wassertank dient. Eine Tischtennisplatte waere auch was schoenes =P

So aber jetzt will ich euch nicht mehr zulabern, hier sind die Bilder. Weitere gibt es auf Picasaweb…

Das Dach. Ihr blickt gerade genn Sueden, rechts ist die Moschee. Durch die Weckung am Morgen konnte ich den Sonnenaufgang beobachten, dieser ist kurz vor 6. Ich schnappte mir die Kamera um die Morgensteummung zu fotografieren. Die restlichen Fotos sind am Abend gemacht. Man kann vom Dach gut den Sonnenuntergang beobachten, und ueberhaupt die Wetterlage bis viele Kilometer tief in allen Himmelsrichtungen beobachten. Das Haus ist so mit das hoechste und ich habe einen sehr guten Blick ueber das ganze Dorf.

Dies ist die Huette fals man mal auf dem Dach chillt und es sofort anfaengt zu schuetten und man es nicht gemerkt hat weil man eingeschlafen ist beim Sternegucken. Wird dies vllt zu einer Cocktailbar? Wir werden sehen wieviel ein Kuehlschrank kostet, Strom gibt es da oben = )

Meine Kueche. Fuer mich alleine viel zu gross, aber schoen in die Ecke gebaut direkt unter dem Fenster. Fruehs sich einen Chai machen und dabei auf die Moschee zu schauen und daneben auf den Hauptweg, auf dem fruehs die Kinder in Massen zur Schule wandern, die Frauen mit DDR Fahrraedern zur Arbeit tuckeln und die jungen Tamilen mit ihren fetten Bikes lautstark durch die Gassen sausen. Das ist leben!

Dieses Foto ermoeglicht es alles von der Wohnung auf einem Blick zu erfassen. Es wurde von der grossen Terasse aus geschossen. Man geht die  drei Treppen hoch zur Wohnungsebene, rechts geht es in mein Schlafzimmer, gerade aus in die Halle, in der Fernsehen geschaut wird, gelesen oder einfach rumgesessen wird. Wenn man weiter geht ist rechts das Zimmer von Wenzel. Ebenfalls auf der rechten Seite danach die Kueche, gerade aus der Wohnungseingang und links davon die Dusche. Geht man aus der Wohnung raus befindet man sich immer noch in seinem eigenen Bereich, es ist eine Art eusserer Flur, rechts geht es dann schliesslich aufs Dach und links zur Toilette. Gerade aus und dann Links ist dann das abschliessbare Gitter bevor ich aus meinem Mietbereich herauskomme, also alles sehr  gross und weitreumig. Fuer eine Person viel zu gross, fuer Zwei nach unseren Vorstellungen gerade richtig. Fuer die Inder muessten hier eigentlich Grossfamilien wohnen.

Ein Mensch der sich freut so eine tolle Wohnung gefunden zu haben. Ich stehe am Eingang um euch nun zu verabschieden. Die Wohnungstour ist nun vorbei! Danke MTV das ihr mich besucht habt und bis Bald ;D

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